{"id":433,"date":"2017-04-04T12:22:31","date_gmt":"2017-04-04T12:22:31","guid":{"rendered":"http:\/\/dieselbibel.de\/?page_id=433"},"modified":"2017-04-04T12:30:05","modified_gmt":"2017-04-04T12:30:05","slug":"der-turbolader-geht-durch-der-gau","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/dieselbibel.de\/?page_id=433","title":{"rendered":"Der Turbolader &#8222;geht durch&#8220; &#8211; der GAU"},"content":{"rendered":"<p>Der absolute GAU ist bei Dieselfahrzeugen ein &#8222;durchgehender Turbo&#8220;.<\/p>\n<p>Die Welle des Turboladers dreht sich mit bis zu 200.000 1\/min und wird nur durch einen \u00d6lfilm gelagert (hydrostatische Lagerung). Die Anschl\u00fc\u00dfe der \u00d6l-Druckleitung und Ableitung liegen in der Mitte; Rechts und Links sind die Schaufeln f\u00fcr den Antrieb (Abgas-Seite) und des Abtrieb; der Frischluft. Ab diesem Punkt herrscht im &#8222;Ansaug-Trakt&#8220; ein \u00dcberdruck von bis zu 2 bar). Ansaugtrakt ist nat\u00fcrlich Bl\u00f6dsinn, beim \u00dcberdruck kann nicht gesaugt werden (also zumindest bei Motoren \ud83d\ude09 ).<\/p>\n<p>Wenn nun diese Turbolader-Welle ein zu gro\u00dfes Spiel bekommt &#8211; und das kann schlagartig passieren &#8211; dann wird das (meist hei\u00dfe) Motor\u00f6l in beide Luftleitungen gelangen. In den Auspuff und in den Frischluft-&#8222;Ansaug&#8220; Trakt &#8211; wobei alle drei Zust\u00e4nde auftreten k\u00f6nnen:<\/p>\n<ul>\n<li>Nur in den Auspuff (das ist noch der harmloseste Fall); erkennbar an der blauwei\u00dfen bis zur dunkelblauen Fahne, die man schlagartig hinter sich herzieht.<\/li>\n<li>Sowohl in den Auspuff als auch in den Frischluft-Trakt<\/li>\n<li>Nur in den Frischluft-Trakt (das ist der schlimmste Fall; weil man erstmal kaum etwas sieht.)<\/li>\n<\/ul>\n<p>Und damit beginnt der Motor eine extrem suizidale Haltung voll auszuleben.<\/p>\n<p>In den beiden F\u00e4llen, in denen das \u00d6l in den Frischlufttrakt gelangt stellt man fest, dass der Motor selbst bei Gaswegnahme weiter zieht. In diesem Fall muss sehr schnell reagiert werden; denn der Motor versorgt sich jetzt durch das Frischluft\/Motor\u00f6lgemisch selbst mit Kraftstoff &#8211; bis das Motor\u00f6l versiegt. <strong>Und dann ist Schicht im Schacht.<\/strong><\/p>\n<p>Und einfach die &#8222;Z\u00fcndung&#8220; ausmachen hilft ja nichts, weil ein Diesel ja keine Z\u00fcndanlage hat. Der Motor wird einfach durch das Unterbrechen der Dieselzufuhr ausgeschaltet &#8211; nur das funktioniert ja jetzt nicht mehr. Und bei einem Schalter den Z\u00fcndschl\u00fcssel abzuziehen w\u00e4hrend man noch f\u00e4hrt, ist der andere Killer. Das Lenkradschlo\u00df wird seinen Dienst tun!<\/p>\n<p>Wenn \u00fcberhaupt, dann nur auf Stufe 1 drehen.<\/p>\n<p>Den Leerlauf zu w\u00e4hlen ist ebenso die absolut falsche Reaktion; der Motor w\u00fcrde absolut und unkontrolliert hochdrehen und damit &#8211; wie bei einem Lawineneffekt &#8211; immer schlimmer und schneller sich selbst zerst\u00f6ren. Bei einem Schaltfahrzeug kann man einfach den Motor abw\u00fcrgen &#8211; also im hohen Gang bleiben und bis zum Stillstand abbremsen.<\/p>\n<p>Die Automatik-Fahrzeug sind da wesentlich schwieriger zu handeln.<\/p>\n<p>Dem Autor ist genau das auf der Autobahn passiert. Dabei wurde mit &#8222;Manuell&#8220; in die 5 Fahrstufe &#8222;geschaltet&#8220;, dann der Seitensteifen angesteuert und eine Vollbremsung gemacht. Weil das so schnell ging, konnte der Automat nicht mehr Herunterschalten und wurde ebenfalls so abgew\u00fcrgt.<\/p>\n<p>Es hat Hinweise gegeben, die ein Absterben durch die Verstopfung der Frischluft-Ansaugung vorschlagen. Der Autor glaubt jedoch nicht, dass daf\u00fcr gen\u00fcgend Zeit bleibt. Dazu m\u00fcsste man den Wagen an den Standsteifen fahren, P W\u00e4hlen, Haube aufreissen, den Ansaugschnorchel abstecken und dann Textilien (was man eben zur Hand hat) da reinstopfen. Und das alles bei einem super-hochdrehenden Motor.<\/p>\n<p>Ich w\u00fcnsche allen Lesern, dass sie davon verschont bleiben. Aber wenn es dann doch passiert, dann sollten sie mit diesen Hinweisen zumindest ihren Motor vor dem Totalschaden bewahren k\u00f6nnen. Der Autor hatte jedenfalls dieses Gl\u00fcck bei 290tkm. Nur ein neuer Tubro, \u00d6lwechsel und die Reinigung des Ladeluftk\u00fchlers waren n\u00f6tig. Der Gute f\u00e4hrt immer noch mit fast 400 tkm aktuell (laut K\u00e4ufer).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der absolute GAU ist bei Dieselfahrzeugen ein &#8222;durchgehender Turbo&#8220;. Die Welle des Turboladers dreht sich mit bis zu 200.000 1\/min und wird nur durch einen \u00d6lfilm gelagert (hydrostatische Lagerung). 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